Römerkastell Kapersburg
Das Gelände ist frei zugänglich;
Hörführung: https://www.schloesser-hessen.de/de/erleben/app
Die Kapersburg im hessischen Taunus zählt zu den am besten erhaltenen militärischen Posten des Obergermanisch-Raetischen Limes. Abgelegen im Wald und nur zu Fuß erreichbar, vermittelt sie ein eindrückliches Bild römischer Grenzsicherung. Das Kastell war Teil des 550 km langen Limes zwischen Rhein und Donau, heute UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“. Vom 1. bis 3. Jh. war hier der „Numerus N“ stationiert, eine mobile Einheit von 150–200 Kundschaftern mit Reiterabteilung, wohl aus dem nahegelegenen Nida rekrutiert. Die steinerne Anlage umfasste 1,6 ha, besaß umlaufende Wehrgräben, Mauern und Tore; erhalten sind u. a. Teile des Stabsgebäudes, Speicher, Brunnen und Mannschaftsbaracken. Ein ausgedehntes Lagerdorf umgab das Kastell, von dem das Badehaus noch steht. Die mehrfach ausgebaute Kapersburg ersetzte vermutlich ein kleineres Vorgängerkastell. Im 3. Jh., während des schrittweisen Limesfalls, zog sich die Restbesatzung in einen verkleinerten Befestigungsbereich zurück.