Zum Wohl!

Welche Bedeutung der Weinbau für die Entwicklung der Region hatte, zeigen die Museen dieser Route. Neben der Geschichte des Weinbaus werden historische und aktuelle An- und Abbaumethoden sowie die Rolle des milden Klimas in der Region beleuchtet. 

Auf Bacchus' Spuren

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Weinbau- und Heimatmuseum, Klingenberg

Der Weinbau hat in Klingenberg eine jahrhundertealte Tradition. 1261 werden erstmals Weingärten "auf dem hohen Berge" im Eigentum der Schenken von Clingenburg urkundlich erwähnt. Der Wein hat Klingenbergs Ruhm begründet, ihren früheren Reichtum verdankt die Stadt jedoch der Tongrube. In zwei Schaustollen sind die Abbaumethoden von einst und jetzt dokumentiert. Grafiken und Fotos erläutern die Entstehung des Tonvorkommens und dessen Abbau. Eine Sammlung alter Grubenlampen, Keramik, Uniformen und Dokumente vermitteln wissenswertes über das Bergwerk. Ein Raum im Erdgeschoss beherbergt die komplette Röllfelder Dorfschmiede mit Esse, Blasebalg, Ambos, zahlreichen Maschinen und Werkzeugen. Küferei und Wagnerei sind im anschließenden Keller zusammengefasst. Beide Handwerkszweige waren für den Winzer unentbehrlich. Die Pflege der Reben im Weinberg, die Traubenlese, das Keltern der Trauben und der Ausbau des Weines bis zum Abfüllen auf die Flasche ist im Erdgeschoss des Museums dargestellt. Eine Gläser- und Flaschensammlung sowie viele Fotos ergänzen die Thematik.

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Deutsches Weinbaumuseum, Oppenheim

Einen umfassenden Überblick über die zweitausend Jahre alte Tradition des Weinbaus in Deutschland bietet das Deutsche Weinbaumuseum. Es wurde 1980 in einem stattlichen Barockgebäude in Oppenheim, der Stadt der Gotik und des Weines, eröffnet. Innerhalb von wenigen Jahren entwickelte sich das Museum zu einer weinbauhistorischen und weinkulturellen Institution. Anzucht, Anbau und Schutz der Rebe, Darstellung der Kelter- und Abfüllmethoden von der Antike bis heute sowie die mit dem Weinbau verbundenen Handwerke (wie Küfer und Glasbläser) finden hier eine detaillierte Präsentation. Exponate der Weinbaugeschichte geben einen Einblick in die technische Entwicklung des Weinbaus. Die insgesamt 30 verschiedenen Ausstellungsbereiche sprechen dabei sowohl den Weinfachmann als auch den Weinliebhaber an.

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Hochheimer Weinbaumuseum

Das Hochheimer Weinbaumuseum ist in einem historischen Gewölbekeller der ehemaligen Frankhof-Kellerei untergebracht und zeigt die Arbeit von Winzern im Weinberg im Laufe des Jahres und zeigt in Übersichtskarten die Hochheimer Lagen. Bestandteile der Böden, wie Löss oder Tonmergel, werden in Glasgefäßen präsentiert. Es werden Arbeitsgeräte der traditionellen Handarbeit wie auch neuere Werkzeuge für die Bearbeitung des Bodens, die Rebveredelung, das Pflanzen und die Pflege der Reben, Schädlingsbekämpfung sowie die Ernte gezeigt. Trotz Maschinen werden Rebschnitt, Anspalieren und Traubenlese in Steillagen immer noch von Hand ausgeführt. Die Hochheimer Sektherstellung geht auf das Jahr 1832 zurück. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es in der Stadt sieben Sektkellereien, von denen Burgeff & Co. die größte im Deutschen Kaiserreich war. Probiergläser, Plaketten sowie die Krone der ersten Hochheimer Weinkönigin erinnern an das Hochheimer Weinfest. Das Museum geht auf Bestände des Otto-Schwabe-Heimatmuseums zurück.