Osteinscher Niederwald (Rüdesheim)
Der Wald und das Denkmal sind frei zugänglich
Der Osteinsche Niederwald bei Rüdesheim am Rhein ist ein rund 250 Jahre altes Gartendenkmal, geschaffen vom Grafen Karl Maximilian von Ostein (1735–1809). Ab 1764 verwandelte er ein 304 Hektar großes Areal in einen Zierwald, in dem Natur, Baumarten, Sträucher, Zierpflanzungen und detailreich ausgestattete Parkbauten wie Tempel, Kunstruine Rossel, Klippenhaus und Zauberhöhle harmonisch verschmolzen. Inspiriert vom Englischen Landschaftsgarten schuf er inselartige Szenen mit Bezügen zu Mythos, Geschichte und idealisiertem Mittelalter. Die Hochlage am Rhein ermöglichte eindrucksvolle Fernblicke über den Rheingau und die Talenge des Binger Lochs. Ein Wegenetz verband die architektonischen Staffagen mit Aussichtspunkten, sodass Naturerlebnis und gestalterische Inszenierung eine Einheit bilden. Der Niederwald ist ein frühes Beispiel empfindsam-sentimentaler Gartenkunst in Deutschland, das bis heute Besucher durch seine Verbindung von Landschaft, Architektur und Geschichte fasziniert.