UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch
täglich geöffnet
Gegenüber der berühmten Königshalle atmet selbst die Architektur des Museums Geschichte: Im Jahr 1995 wurde eine ehemalige Marmeladen- und Kunsthonigfabrik in einen modernen Ausstellungsort verwandelt. Während das Erdgeschoss die klostergeschichtliche Abteilung sowie das Tabakmuseum beherbergt, bietet das erste Obergeschoss Raum für wechselnde Sonderausstellungen.
Das gesamte Areal des Klosters Lorsch ist seit 1991 als UNESCO-Welterbe geschützt. Besucher können hier tief in das Frühmittelalter eintauchen: Neben der karolingischen Königshalle und dem romanischen Kirchenfragment zeugen Gebäude wie das Forsthaus oder das Adalher-Haus von der langen Historie des Ortes. Besonders faszinierend: Die ursprünglichen Ausmaße der verlorenen Klosterbauten werden durch reliefartige Rasenabdrücke visualisiert. Das Betreten dieser Flächen ist ausdrücklich erwünscht – Geschichte wird hier im wahrsten Sinne des Wortes „begehbar“.
Ein botanisches Juwel erwartet Gäste hinter der Zehntscheune: Der terrassenförmige Kräutergarten. Die Gestaltung der Beete basiert auf dem „Lorscher Arzneibuch“ (um 795 n. Chr.), das seit 2013 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt. Zwischen Natursteinmauern wachsen jene Heilpflanzen, die schon im Mittelalter nach der „Lehre der vier Säfte“ verwendet wurden. Dank einer umfassenden Beschilderung und barrierefreier Wege wird die jahrhundertealte Klostermedizin hier für jeden Besucher greifbar.