Verna-Park
täglich geöffnet
Nur einen Steinwurf von den Ruinen der 1689 zerstörten Festung entfernt, liegt der Verna-Park als stille Insel inmitten der Industriestadt. Dieser spätromantische Landschaftsgarten nach englischem Vorbild ist das Lebenswerk von Wilhelmine von Verna (1803–1878). Nach dem frühen Unfalltod ihres Gatten gestaltete die trauernde Witwe das Areal zu einem Ort der Sehnsucht und Kontemplation.
In ihrem „Gartenreich“ ließ Wilhelmine das Mittelalter wieder auferstehen: Künstliche Burgruinen, ein geborstener Turm und eine Tempelruine variieren das Thema der Vergänglichkeit und bilden einen reizvollen Kontrast zur nahen „echten“ Festungsruine. Vom Balkon ihres Burgzimmers schweifte ihr Blick einst weit über das Mainufer bis zum Taunus. Eine hohe Bruchsteinmauer schützte dieses klösterliche Refugium vor dem quirligen Leben der wachsenden Arbeiterstadt.
Seit 1912 ist der Park im Besitz der Stadt und dient als grüne Lunge für Rüsselsheim. Ein besonderes Highlight ist das restaurierte Trompe-l‘oeil-Gemälde an der Westmauer, das heute wieder den Blick in eine ferne Ideallandschaft öffnet. Auf den verschlungenen Wegen wandeln Besucher heute wie einst Wilhelmine durch ein lebendiges Gesamtkunstwerk der Romantik.