Klaus Graubner
Kaiserlei-Areal 1992–2009. Ausstellung
Haus der Stadtgeschichte Offenbach am Main,
bis 28. Februar 2010
Der Kaiserleikreisel gilt als Niemandsland zwischen Frankfurt und Offenbach.
Klaus Graubner hat die Veränderung des Geländes über Jahre
hinweg fotografisch dokumentiert. Ihn fasziniert die Schönheit des
Alltäglichen und Banalen, die er an einem der bekanntesten Orte des
Rhein-Main-Gebietes entdeckt. Die Austellung gewährt ungewöhnliche
Einblicke in die Entwicklung eines ungewöhnlichen Ortes.
Klaus
Graubner beschreibt seine Arbeit so: "Kaiserlei-Areal, eine Serie
konzeptueller, dokumentarischer Fotografien, ist das Resultat einer 1992
begonnenen Langzeitbeobachtung
des Stadtteils Kaiserlei in Offenbach am Main. Das untersuchte Territorium,
zwischen zwei Großstädten gelegen, etwa einen Quadratkilometer
groß, ist die Offenbacher Peripherie im Westen, die Frankfurter Peripherie
im Südosten, nördlich vom Main begrenzt. Das Areal wird von der
Autobahn A 661 tangiert, diese quert den Main über die Kaiserleibrücke
und überspannt dann auf Stelzen das Gelände mit dem zentral angelegten
Kreisel. Neben hoher Verkehrsdichte, etwa durch die Strahlenberger Straße,
herrscht über dem Areal zudem starker Flugverkehr. Die Einflugschneise
des Frankfurter Flughafens ist wahrzunehmen."
Erschließungsarbeiten
beseitigten im Lauf der Zeit Autowracks, Ablagerungen aller Art, verwahrloste
Schrebergärten, Buschwerk und Dickicht. Die schützenden Verwachsungen
wurden von Obdachlosen genutzt. Sie lebten im Gestrüpp, in improvisierten
Verschlägen, in Bau- und Wohnwagen. Die Gebüsche wurden planiert.
Neubauten entstanden, Unternehmen siedelten sich an. Klaus Graubner resümiert:
"Diesem Kaiserlei-Areal im Zustand des Überganges, der Veränderungs-Prozesse,
näherte ich mich mit meinem Interesse an dem unergründlichen
Phänomen Zeit. Ich sah einen Ort im zeitlichen Wandel, einen Zeitort."
In den Jahren 1961 bis 1964 absolvierte Klaus Graubner eine Ausbildung
zum Fotografen in Hamburg und Gießen. Seit 1976 setzt er sich mit
den Medien Zeichnung und Malerei auseinander. Ab 1987 wurde das Medium
Fotografie Mittel und Inhalt seiner Kunstprojekte. Neben dem Langzeit-Projekt
"Kaiserlei" arbeitet
er seit 1994 an dem Projekt "Industriezeitorte", seit 1995
an dem Projekt "Landschaften / Objekte", seit 1997 an dem Projekt "Nachtbilder
/ Kunstlicht". Im Jahr 1987 erhielt er den Kodak-Fotobuchpreis.
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Offenbach am Main