Claus Delvaux
Cläre-Roeder-Münch-Preisträger. Ausstellung
Historisches Museum Hanau – Schloss Philippsruhe, bis 31. Mai 2009
Claus Delvaux spannt in seinem malerischen Werk den Bogen von Porträts über
Architekturserien zu stimmungsvollen Landschaftsdarstellungen. Diese Ausstellung
versteht sich einerseits als eine Retrospektive seines Werkes und ein Querschnitt
seiner Ausstellungstätigkeit seit 2001 bis heute als auch die Präsentation
seiner neuesten Schöpfungen. Delvaux hat dieses Jahr den
Cläre-Roeder-Münch-Preises der Stadt Hanau verliehen bekommen, der
1990 von Kurt Münch zum Gedenken an seine Frau
Cläre (1910-1988) gestiftet wurde. Alljährlich geht dieser Preis
an gegenständlich
arbeitende Maler/innen und Bildhauer/innen im Raum Hanau.
Seine
Bilder von Architekturen lassen uns den Fotorealismus der amerikanischen
Kunstbewegung der 1970er Jahre assoziieren etwa die Gemälde des Richard
Estes oder Tom Blackwell, um nur zwei Vertreter dieser Kunstrichtung zu nennen.
Die Architekturlandschaften sind nur ein Aspekt des malerischen Schaffens
von Claus Delvaux. Diese Architekturlandschaften zeigen Ausschnitte uns bekannter
Gebäude wie den Messetower, den Westendtower, den Westhafen Tower, den
Japan Center oder die Welle in Frankfurt. Claus Delvaux stellt diese Bauten
in Aus- und Anschnitten, das Format füllend, ins Bild. Hierbei komprimiert
er die geometrische Formensprache der Gebäudefassaden auf ihre essentiellen
Grundformen von Dreieck, Quadrat, Rechteck, Kreissegment oder Zylinder. Die
Rationalität dieser kühlen berechneten Architektur wird durch die
vom Künstler herbeigeführte Schieflage in der Darstellung der Gebäude
ihrer scheinbaren Stabilität und Sicherheit beraubt. Die tiefen Blautöne
des makellos wolkenfreien Himmels kontrastieren mit dem Kolorit der erwählten
Architekturdarstellung. Beide sind in ihrer Kolorierung bewusst überzogen
und die Gebäude wirken dadurch wie ausgestanzte Motive. Die strenge
Sachlichkeit des Bildgegenstandes wird oftmals durch eine sparsam ins Bild
gesetzte Vegetation, eine Skulptur oder ein Wasserspiel ins Heitere aufgelöst.
Ein weiteres Element im künstlerischen Werk ist die Darstellung meist
von Einzelpersonen, dem Stil der Pop-Art entlehnt, dieser in den 1950er und
60er Jahre in England und USA entwickelten Kunstrichtung, sind hier halb-
und ganzfigurige Personen Format füllend auf den Malkarton gebracht.
Charakteristisch auch hier die starke Überhöhung des Kolorits wie
sie uns aus Comic-Heften bekannt sind.
Claus Delvaux hat sich als künstlerisches Ausdrucksmittel die Malerei
mit Gouache- und Acrylfarben auf Karton erwählt. Diese Maltechnik erfordert
höchste Konzentration und Geduld, denn Korrekturen am Bild sind hierbei
nicht möglich.
Der
aus Marburg stammende Claus Delvaux studierte Malerei an der Städelschule
und Kunstpädagogik an der Johann Wolfgang Goethe Universität in
Frankfurt. Er lebt und arbeitet als Lehrer für Kunst und Englisch in
Frankfurt. In Hanau ist er seit seiner ersten Ausstellung "Tu parles" 2001
in der Remisengalerie des Hanauer Kulturvereins hier im Schloss bekannt.
Es folgten weitere Ausstellungen sowie auch die Beteiligung am Kunstaustausch
"Hanau – Elsass".
Claus Delvaux wird von der Realismusgalerie Ulrich Gering in der Frankfurter
Textorstrasse vertreten. Neben Joerg Eyfferth und Clemens Erlenbach ist er
der dritte Künstler dieser Galerie, der den Cläre Roeder-Münch-Preis
für die Kunstrichtung des Realismus erhält.
» zurück
» zum Historischen Museum Hanau – Schloss
Philippsruhe