Mit
allerfeinstem Strich
Zeichnungen von Gustav Heinrich Naeke (1785-1835). Ausstellung Landesmuseum
Mainz, 8. Februar bis 22. März 2009
Als Schenkung aus Privatbesitz erhielt das Landesmuseum Mainz 94 Zeichnungen
von Gustav Heinrich Naeke (1785-1835). Da die Graphische Sammlung des Museums
einen ihrer Schwerpunkte in der Zeichnung der deutschen Romantik hat, jedoch
bisher noch keine Zeichnungen Naekes besaß, ist diese umfangreiche Schenkung
eine wertvolle Ergänzung. Eine Auswahl der schönsten Blätter
wird in unserer Ausstellung gezeigt, die zum ersten Mal die Gelegenheit bietet,
den Künstler als Zeichner kennenzulernen.
Naeke
wurde durch seine Ausbildung an der Dresdner Akademie (ab 1803) und das Studium
der Stiche John Flaxmans klassizistisch geprägt und zunächst mit
seinen Taschenbuch-Illustrationen, vor allem zu Goethes Dichtungen, bekannt.
Aufsehen erregte er mit zwei Gemälden zum "Faust" (um 1811/12).
Während seines Rom-Aufenthaltes 1817-1824 wandelte er sich zum
Nazarener und freundete sich u. a. mit Theodor Rehbenitz, Julius Schnorr von
Carolsfeld und Philipp Veit an.
Sein in Rom entstandenes Hauptwerk ist "Die hl. Elisabeth im Hofe
der Wartburg Almosen spendend", an dem er jahrelang malte. In feinlinigen
Zeichnungen portraitierte er seine Künstlerfreunde, widmete sich italienischen
Volkstypen, der Architekturstudie sowie der Landschaftszeichnung und kopierte
nach den alten italienischen Meistern. 1824 wurde er als Professor an die
Dresdner Akademie berufen, wo u. a. Friedrich Wasmann sein Schüler war.
Das
umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung bietet Führungen mit
Dr. Norbert Suhr und Vorträge: Evelyn
Bergner M.A. führt am 1. März "Sehnsuchtsbilder – Von
der Romantik bis heute" vor, und am 10. März spricht der Münchner Sammler
Dr. Christoph Seeliger "Vom Sammeln und vom Loslassen – zum Sammeln
von Zeichnungen der Romantik. Workshops für Kinder und Familien mit Nina
Voborsky M.A. widmen sich der Gattung Zeichnung (7. März) und dem Portrait
als Thema (14. März).
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