Peter Zumthor: Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums KölnDAM Preis für Architektur in Deutschland 2008

Ausstellung Deutsches Architektur-Museum, Frankfurt, 17. Januar bis 15. März 2009

Seit dem Jahr 1980 bilanziert das Jahrbuch des Deutschen Architekturmuseums die besten Bauten des jeweiligen Jahres und hat sich längst als unverzichtbares Nachschlagewerk und als Wegweiser durch die aktuelle deutsche Architekturszene etabliert. Zum zweiten Mal nach 2007 präsentiert das Deutsche Architekturmuseum nun alle im Jahrbuch vorgestellten Bauten auch in einer Ausstellung. Die Schau "DAM Preis für Architektur in Deutschland 2008 – Die 24 besten Bauwerke in / aus Deutschland" ist vom 17. Januar bis 15. März 2009 im dritten Obergeschoss des DAM zu sehen. Neu ist auch, dass die besonders herausragende Leistung eines Architekten mit dem "DAM Preis für Architektur in Deutschland" ausgezeichnet wird. Diese Auszeichnung wird ebenfalls zum zweiten Mal verliehen.

LIN Architects: Alvéole 14, St.-Nazaire, FrankreichIn diesem Jahr geht der "DAM Preis für Architektur in Deutschland" an Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Das vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfene Gebäude wurde eigens für das Jahrbuch durch die Architekturfotografin Hélène Binet, London, neu portraitiert. Der "DAM Preis für Architektur in Deutschland" ist nicht mit einer Geldsumme dotiert. Als Anerkennung für ihre Verdienste um die Baukultur erhalten Architekt und Auftraggeber eine Statuette, die das "Haus im Haus", die zentrale Idee der Ungers’schen Museumsarchitektur, als Miniatur darstellt.

Das Museum Kolumba ist eines von 24 Bauwerken, die von einer Expertenjury für das Jahrbuch des DAM aus insgesamt 90 aktuellen Projekten ausgewählt wurden. Kriterien waren neben einer Fertigstellung, die nicht weiter zurück reichen durfte als bis Ende 2006, vor allem die hohe architektonische Qualität des Bauwerks, die Art und Weise, wie es sich in seinen städtebaulichen Kontext integriert und die sorgfältige Ausarbeitung des Bauwerks bis ins kleinste Detail. Die 24 Projekte werden in einem umlaufenden, reich bebilderten Wandfries präsentiert und in Zeichnungen und kurzen Texten vorgestellt. Darüber hinaus werden zu ausgewählten Projekten Modelle zu sehen sein.

Coop Himmelb(l)au: BMW-Welt, MünchenIn Deutschland wurden 22 der insgesamt 24 vorgestellten Bauten errichtet, teilweise von inländischen Architekturbüros, teilweise von internationalen Architekten wie David Chipperfield (London), Coop Himmelb(l)au (Wien) oder eben auch durch Peter Zumthor (Schweiz), der im Jahrbuch als einziger Architekt mit einem zweiten Projekt vertreten ist: der Bruder Klaus-Feldkapelle in Wachendorf bei Euskirchen. Neben den 22 herausragenden Vertretern der Gegenwartsarchitektur in Deutschland werden in Jahrbuch und Ausstellung zwei Projekte im Ausland vorgestellt, die von Architekturbüros mit Sitz in Deutschland errichtet wurden. In diesem Jahr wurde der Umbau eines U-Boot-Bunkers von "LIN - Finn Geipel + Giulia Andi" (Berlin) in St. Nazaire, Frankreich, und ein experimentelles Wohnhaus in Santiago de Chile von "FAR Frohn & Rojas" (Köln) gewürdigt.

Die 24 Projekte des Jahrbuchs decken ein breites Spektrum der Bauaufgaben ab. Auffällig ist in diesem Jahr die große Zahl von Umnutzungen und Umbauten. Über die Hälfte der Projekte stehen für das immer wichtigere Thema "Bauen im Bestand". Dass der Preisträger Kolumba ebenfalls zu dieser Kategorie zählt, unterstreicht noch einmal die steigende Wertschätzung dieses Aufgabenfeldes. Das reich bebilderte DAM-Jahrbuch (Prestel-Verlag) kostet im Buchhandel für 39,95 €, in der Museumsausgabe 29,95 €

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