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Taryn SimonAn American Index of the Hidden and Unfamiliar. Ausstellung Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, bis 20. Januar 2008 Unser Bild von Amerika wandelt sich. "An American Index of the Hidden and Unfamiliar" ist der Titel einer neuen Werkserie von Taryn Simon (*1975), die im MMK Museum für Moderne Kunst erstmalig in ihrem vollen Umfang ausgestellt wird. Für dieses Projekt hat die in New York lebende Künstlerin, die in ihren Arbeiten häufig eine Brücke zwischen Kunst und Politik schlägt, Orte dokumentiert, die für die Vereinigten Staaten, deren Mythos und das Funktionieren des Alltags wesentlich sind, einem breiten Publikum jedoch verschlossen bleiben. Die mehr als sechzig, über den Zeitraum der letzten vier Jahre hinweg entstandenen großformatigen Fotografien sind nicht selten das Resultat langwieriger Verhandlungen, bis Simon schließlich Zutritt zu dem ansonsten Unzugänglichen gewährt wurde. Sofern die Gegebenheiten es zulassen, fotografiert sie mit einer Großbildkamera und sorgfältiger Lichtsetzung und folgt damit ausdrücklich nicht der Tradition des journalistischen Schnappschusses.
Taryn Simon gibt solchen Orten eine sichtbare und klare Form, die üblicherweise tabuisiert oder den Blicken entzogen sind, und verdeutlicht auf diese Weise die Diskrepanz zwischen dem privilegierten Zugang einiger weniger und dem beschränkten Zugang der Öffentlichkeit. Die Sichtbarmachung des Verdeckten ist mit dem Anliegen der Wissensvermittlung verbunden. So gehört zu jedem Bild ein Text der Künstlerin, der über das zu Sehende und die Gründe seiner Verborgenheit präzise Auskunft gibt. Es ist Teil von Simons Ästhetikverständnis, die Grenzen dessen auszuweiten, was uns zu sehen und zu wissen erlaubt ist, und sich jenen obskuren Randgebieten zu nähern, in denen physische, intellektuelle, aber auch moralische Gefahren lauern. Auch wenn "An American Index of the Hidden and Unfamiliar" nachdenklich stimmt und uns mit einigen der Ungeheuerlichkeiten konfrontiert, die eine demokratische Gesellschaft zu gebären im Stande ist, vermitteln die Bilder zugleich die Faszination, die von der Entdeckung unerforschter Territorien ausgeht. Simon fängt den seltsamen Zauber dessen ein, was unter der Oberfläche versteckt bleibt, aber Teil der US-amerikanischen nationalen Identität ist.
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