Palmengarten Frankfurt: Pyramiden

Pyramiden. Häuser für die Ewigkeit

Ausstellung Palmengarten Frankfurt, bis 30. September 2007

Seit ihrer Entstehung üben die Pyramiden des alten Ägypten eine große Faszination aus – sei es, dass man hinter ihrer Form eine ursprüngliche Kraft vermutete, sei es, dass man in ihrer Funktion die Lösung von Geheimnissen zu finden suchte. Mitten im Frankfurter Palmengarten, in einem speziell errichteten Gebäude, sind auf 1.000 Quadratmetern mehr als 150 Exponate von 20 Leihgebern aus ganz Deutschland zu sehen. Sie zeigen den Mythos Pyramide und seine Strahlkraft auch auf unseren Kulturkreis.

Palmengarten Frankfurt: PyramidenAnhand von Modellen der wichtigsten und am besten rekonstruierbaren Pyramiden Altägptens kann die Entwicklung dieser faszinierenden Bauwerke nachvollzogen werden. Die begehbare Replik einer Grabkammer sowie das Modell der Cheopsbarke im Maßstab 1 : 20, aber auch viele Originale – u.a. Alabastergefäße, Fayenceamulette, Reliefs, Statuen und Werkzeuge – erzählen die Baugeschichte der 16 wichtigsten ägyptischen Pyramiden.

Das Interesse barocker Herrscher am Exotischen, die Einrichtung von Wunderkammern an vielen Fürstenhöfen ließen im 18. Jahrhundert das Alte Ägypten wieder in Mode kommen. Fast alle gekrönten Häupter Europas bereisten Ägypten, ägyptisierende Motive – Pyramide, Obelisk und Sphinx – etablierten sich als Elemente der Gartenbaukunst. Auch im heutigen Hessen entstanden zwei Pyramiden – 1776 auf der Kasseler Wilhelmshöhe und 1784 im Landschaftspark von Hanau-Wilhelmsbad, beide nach dem Vorbild der Cestius-Pyramide in Rom. Über diese Monumente wie auch über weitere "deutsche Pyramiden" informiert die Ausstellung ebenso wie sie etwa "ägyptischen" Tischschmuck präsentiert oder – als Nachbildung einer altägyptischen Tempelfassade – eine kostbare Uhrengarnitur.

Palmengarten Frankfurt: PyramidenIm 19. Jahrhundert geht aus der Pyramidenfaszination die moderne Pyramidenforschung hervor. Der letzte Teil der Ausstellung spannt den Bogen von den frühen Reiseberichten bis hin zur zeitgenössischen Pyramidenerforschung im 21. Jahrhundert. Historische Illustrationen und Zeichnungen – vor allem der Napoleonischen und der Preußischen Expedition mit Richard Lepsius an der Spitze – dokumentieren die ersten systematischen Bauaufnahmen. Einen Höhepunkt der Ausstellung bildet die Präsentation des Miniroboters Upuaut 2, mit dem Rudolf Gantenbrink im September 2002 – voller Spannung von Millionen Menschen in 142 Ländern live am Fernseher beobachtet – das Gangsystem der Cheops-Pyramide erforscht hat.

Die Ausstellung wurde konzipiert in Zusammenarbeit mit dem Bereich Archäologie und Baugeschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam, Dr. Christian Tietze. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und Ferienkursen begleitet die Ausstellung, der Katalog kostet 19,95 €. Öffnungszeiten Montag bis Mittwoch und Freitag bis Sonntag 9 - 19 Uhr, Donnerstag 9 - 22 Uhr.

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