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Das Kapital. Blue Chips and MasterpiecesAusstellung Museum für Moderne Kunst Frankfurt, 21. April bis 26. August 2007 "Wenn ich will, dass der Dom versetzt wird, macht das der Rolf", so sagte einst der Künstler Richard Serra über seinen Kölner Galeristen und Sammler Rolf Ricke. Unter dem Titel Das Kapital – Blue Chips & Masterpieces präsentiert das MMK jetzt erstmals eine Auswahl aus der Sammlung Rolf Ricke zusammen mit anderen Schätzen des Museums von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Ausgangspunkt hierfür ist der gemeinsame Erwerb dieser bedeutenden Sammlung in einer grenzüberschreitenden und bisher einzigartigen Zusammenarbeit dreier Museen: dem Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main und den Kunstmuseen in St. Gallen/Schweiz, und Vaduz/Liechtenstein. Schon der Grundstock des MMK verdankte sich Teilen einer umfangreichen Privatsammlung. 1981 erwarb die Stadt Frankfurt am Main zur Gründung ihres Museums für moderne und zeitgenössische Kunst hochkarätige Werke europäischer und amerikanischer Künstler, insbesondere der Pop Art, aus der ehemaligen Sammlung von Karl Ströher. Mit dem aktuellen Ankauf der Sammlung Ricke werden die Bestände des MMK nun fundamental erweitert und der Rang des Museums im internationalen Vergleich langfristig gefestigt.
Kunst und Kommerz lassen sich gegenwärtig nur noch schwerlich trennen. Die Bewertung von Künstlern und ihren Werken bewegt sich zwischen den Einschätzungen des Kunstmarktes mit seinen "Standardwerten" und dem musealen Anspruch auf Qualität und sammlungspolitischer Relevanz. "Blue Chips" und "Masterpieces" sind die Begriffedie diese beiden Positionen prägnant beschreiben – der materielle Wert auf der einen, die qualitative Wertigkeit auf der anderen Seite. Ob ein künstlerisches "Meisterwerk" auch ein "Blue Chip" ist erweist sich oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten. Dass beides nicht deckungsgleich sein muss, aber sein kann, davon zeugen viele der nun gezeigten Neuerwerbungen und Werke aus unserem Bestand. Ihre Qualität liegt vor allen Dingen in dem Utopistischen der Kunst, in der Möglichkeit, die sie schafft, Neues zu denken, und in ihrem Vermögen aufzurütteln, gerade in ihrer Ungebundenheit an Form und Regeln. Gerhard Richters "Alpen" beispielsweise gelten als ein frühes Meisterwerk des Künstlers und längst dürfte es ganz allgemein auch als ein "Blue Chip" angesehen werden, also als eine auch renditesichere Wertanlage – wie gegenwärtig im übrigen fast jedes Werk von Richter ganz gleich welcher Qualität. Es verhält sich schon anders mit den beiden Stoffbildern von Blinky Palermo, die im gleichen Raum zu sehen sind. Sie sind ganz ohne Zweifel meisterliche Hauptwerke des Künstlers. Als "Blue Chip" werden sie hingegen nicht betrachtet und so finden sich also auch keine Werke dieses Künstlers auf den angesagten Hitlisten des Kunstmarktes.
Dass die Sammlung Ricke Eingang ins Museum findet, ist für das MMK erst durch die partnerschaftlichen Bemühungen der Stadt Frankfurt, der Hessischen Kulturstiftung und einem privaten "Stifterkreis zum Erwerb der Sammlung Ricke" möglich geworden. Als ein Museum für zeitgenössische Kunst, das zwischen Kunstmarkt und Kunstschaffenden einen gesellschaftspolitischen Dreh- und Angelpunkt einnimmt, bewahrt das MMK die erworbenen Werke dauerhaft und macht sie öffentlich zugänglich. Die Integration eines so umfangreichen Konvoluts neuer Arbeiten verändert nicht nur das Profil einer Sammlung. Darüber hinaus bieten Vielfalt und hohe Qualität immer neue Anknüpfungspunkte für die Präsentation. Der beständige Umgang mit der Sammlung heißt, mit seinem Kapital zu arbeiten und den daraus entstehenden Mehrwert zu schöpfen. |
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