Pontus Hultén. Künstler einer Sammlung
Hessisches Landesmuseum Darmstadt, 11. Februar bis 22. April 2007
Unorthodox, visionär, der Kunst und ihrer Vermittlung verpflichtet – der
schwedische Kunsthistoriker Pontus Hultén (1924-2006) prägte über
ein halbes Jahrhundert die europäische Museums- und Ausstellungslandschaft.
Als Gründungsdirektor bekannter Museen und als Intendant der führenden
Ausstellungshäuser, wie dem Moderna Museet, Stockholm, dem Centre Pompidou,
Paris, dem Museum of Contemporary Art, Los Angeles, dem Palazzo Grassi,
Venedig, der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, Bonn, und dem Museum Jean
Tinguely,
Basel, erlangte er Weltruhm.
Nicht minder spektakulär lesen sich Themen und Kataloge seiner Ausstellungen,
von denen vor allem „Paris – New York“, „Paris – Moskau“ und „Europa – Europa“ ihn
zum Kulturbotschafter noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs machten. Kompromisslos
in der Durchsetzung seiner Ideen hielt er seinen Künstlerfreunden ein
Leben lang die Treue: Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Claes Oldenburg,
Sam Francis, Rebecca Horn – um nur einige unter ihnen zu nennen.
Die
Auswahl von 100 Arbeiten aus seiner über 700 Werke umfassenden Sammlung,
die er dem Moderna Museet vermachte, ordnete Hultén in drei Sektionen.
Der Ausstellungsbesucher begegnet „Pontus’ Freunden“, vornehmlich
Künstlern seiner Generation, die seit den 1950/60er Jahren neue künstlerische
Konzepte entwickelten. Die Sektion „Hultén im Spiegel“ vereint
sehr persönliche, dem Kunsthistoriker gewidmete Werke und Portraits,
u. a. von Sebastián Matta und Piotr Kowalski. Die exquisiten graphischen
Arbeiten in der Sektion „Zwischen Zeichen und Zeichnung“ bilden
das Herzstück der Sammlung. Darunter sind Werke von Max Ernst, Kazimir
Malevich, Marchel Duchamp und Constantin Brancusi.
Pontus Hultén verstarb im Oktober 2006. Das Hessische Landesmuseum
Darmstadt zeigt seine Sammlung als einzige Station in Deutschland
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Darmstadt