Geist
der Freiheit – Freiheit des Geistes
Podiumsdiskussion "'Was ist des Deutschen Vaterland?' Deutsche Identität
zwischen Migration und Integration", Freitag, 13. Oktober 2006, 20 Uhr,
Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung im Römer, Frankfurt
In kaum einer Region in Deutschland und Europa sind die Bezüge zu
dem Thema "Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes" so
evident und unmittelbar fassbar wie in der Rhein-Main-Region: die Paulskirche
ist das nationale Symbol politischer Freiheit, geistige Freiheit und Freiheit
des Geistes werden repräsentiert durch Namen wie Jakob und Wilhelm Grimm,
Johannes Gutenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin,
Georg Büchner, aber auch Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Die Kulturregion
Frankfurt-Rhein-Main ist nicht nur eine Region, die durch Handel
und Warenaustausch, sondern auch von Ideen und Informationen geprägt ist,
eine Region, die für viele Verfolgte und Vertriebene Freiheit konkret
erfahrbar gemacht hat. Nach den beiden erfolgreichen von der KulturRegion Frankfurt
RheinMain getragenen Projekten "Route der Industriekultur Rhein-Main"
und "GartenRheinMain – Vom Klostergarten zum Regionalpark" steht
nun ein neues nicht weniger ambitioniertes
Projekt auf der Agenda: Das
Projekt "Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes". Es nimmt
ebenfalls den kulturellen Reichtum der Region in den Blick und will die Rhein-Main-Region
als eine der zentralen
europäischen Regionen herausstellen, in der sich der Geist der Freiheit
und die Freiheit des Geistes auf besondere Weise manifestiert hat.
Als
erste Impulsveranstaltung
richtet die KulturRegion eine Podiumsdiskussion aus, bei der es um die
Zukunft der Freiheit gehen wird und um die geistigen und kulturellen Grundlagen,
auf
denen sie basiert. Unter dem mit Ernst-Moritz Arndt fragenden Titel "Was
ist des Deutschen Vaterland? Deutsche Identität zwischen Migration
und Integration" diskutieren
Dr. Johano Strasser, Präsident des PEN Deutschland, Eckhard Fuhr,
Feuilletonchef
"Die Welt", Dr. Abrecht Magen, Dezernent für Integration
Frankfurt am Main und Luigi Masala von der Leitstelle Zusammenleben Offenbach über
deutsche Identität, Migration und Integration. Themen, die derzeit
kontrovers und heftig in unserer Gesellschaft diskutiert werden. Freiheit kann
nicht nur besessen und genossen, sie muss immer wieder neu erworben und
erkämpft werden.
Die Beschäftigung mit den geistigen und kulturellen Grundlagen der Freiheit
führt rasch zur Frage, wie sich im Zeitalter von Globalisierung und Zuwanderung
kulturelle und nationale Identitäten ausprägen und definieren. Wie
wirkt sich die Einwanderung aus anderen Kulturkreisen auf Deutschland aus?
Und umgekehrt: Wie wirken sich verfestige kulturelle Praktiken und Identitätsangebote
in Deutschland auf Menschen aus, die aus ganz anderen Kulturräumen zu
uns kommen? Sind wir, sechzehn Jahre nach der Wiedervereinigung ein normales
Land? Die Fußball-Weltmeisterschaft hat Bilder und Eindrücke einer
neuen Unbekümmertheit im Umgang mit nationalen Symbolen vermittelt, die
den Gedanken nahe legen könnte. Aber was heißt
es Deutsche zu sein? Auf welche Werte besinnen wir uns dabei? Ist zum Verfassungspatriotismus,
den einst die junge "Bonner Republik" proklamierte und die
Freiheit vor Einheit setzte, eine neue Qualität hinzugekommen? Wie könnte
man diese beschreiben? Wie beständig sind diese Werte, wenn sie durch
die Globalisierung und durch das Zusammentreffen mit anderen Kulturen stets
herausgefordert werden? Was heißt vor diesem Hintergrund dann Integration?
Völkerwanderung und Vertreibung gab es häufig in Europa, Beispiele
für gelungene Integration auch. Denken wir an die französisch-niederländischen
Glaubensflüchtlinge, die im 17. Jahrhundert das durch den Dreißigjährigen
Krieg ausgeblutete Land besiedelten, denken wir an die Flüchtlinge
im Nachkriegsdeutschland, die unfreiwillige "Erzwungene Wege" hinter
sich hatten. Was bedeuten heute abgenutzte Begriffe wie Heimat und Vaterland
vor dem Hintergrund eines wachsenden Europa, einer immer unübersichtlicher
werdenden Welt?
Die
Rhein-Main-Region mitten im Herzen Europas ist stolz auf ihre Weltoffenheit
und Internationalität. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen
Kulturen, Religionen und Lebensentwürfen hat die Lebensweise der Menschen
in der Region entscheidend geprägt. Wie werden wir zukünftig
mit den Herausforderungen Migration und Integration umgehen und welche
Konsequenzen werden sie insbesondere für die Bewohner der Rhein-Main-Region
haben? Wir hoffen mit der Impulsveranstaltung einen Diskussionsbeitrag
dazu leisten zu können. Die Moderation hat Dr. Alf Mentzer von hr2
kultur, der gleichzeitig Medienpartner des Projektes "Geist der Freiheit – Freiheit
des Geistes" ist.
Im Foyer werden Auszüge einer neuen Wanderausstellung "Zuwanderer
in der Stadt" mit dem Schwerpunkt Frankfurt zu sehen sein. nsgesamt
drei Impulsveranstaltungen zu grundlegenden Fragen der Freiheit sind unter
dem Aspekt "Die Zukunft der Freiheit" geplant. Eine zweite wird
im Dezember 2006 zu den wirtschaftlichen Grundlagen der Freiheit in Bad
Homburg v.d. Höhe stattfinden, während die dritte über die
wissenschaftlichen Grundlagen der Freiheit im Frühjahr 2007 in Mainz
vorgesehen ist.
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