Brentano und die FrauenAuf Dornen oder Rosen hingesunken? Eros und Poesie bei Clemens Brentano

Ausstellung im Martinushaus Aschaffenburg und in der Hofbibliothek Aschaffenburg, 23. August bis 6. Oktober 2006

Eros und Poesie fließen im Wesen und Schaffen Clemens Brentanos ineinander. Der 1842 in Aschaffenburg verstorbene Romantiker zählt zu den Großen, aber auch weitgehend Vernachlässigten der deutschen Literatur. In seinem Werk steht lyrisch Zartes neben frech Aufmüpfigem, Tiefreligiöses neben kühnen Wortspielen. Dem Martinusforum ist es gelungen, eine vom Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main konzipierte Ausstellung über „Brentano und die Frauen“ nach Aschaffenburg zu holen.

In Verbindung mit einzelnen Portraits der Frauen, denen seine Liebeslyrik galt, werden psychologische und ästhetische Teilansichten seiner Lyrik nachgezeichnet. Speziell für Aschaffenburg wurde die Schau durch Korrespondenz zwischen Clemens und dem "Aschaffenburger Brentano" Christian ergänzt. Die Hofbibliothek zeigt Erstausgaben und Bücher aus ihren eigenen Beständen sowie Gebrauchsgegenstände aus dem Familienbesitz der Brentanos. In ihrem Eröffnungsvortrag über "Dornen und Rosen – Brentano und die Frauen" stellte Dr. Sabine Gruber vom Freien Deutschen Hochstift die wichtigsten Damen in Brentanos Leben vor: Sophie Mereau, Minna Reichenbach, Auguste Bußmann, Luise Hensel und Emilie Linder.

Luise HenselEin umfangreiches Programm aus Vorträgen, Führungen und Inszenierungen begleitet die Ausstellung. So referiert Dr. Brigitte Schad, die frühere Leiterin der Kunsthalle Jesuitenkirche, beim Dienstagsgespräch am 19. September über Brentanos Spuren in Aschaffenburg, Wasserlos und Somborn. Bereits am Sonntag, 17. September führt Schad um 16 Uhr durch das "Brentanozimmer" im Aschaffenburger Schloss. Daneben veranstaltet das Führungsnetz zwei thematische Stadtrundgänge am 16. und 23. September auf den Spuren Brentanos. Den Visionen der mittlerweile seliggesprochenen Nonne Anna Katharina Emmerick, die Brentano aufgezeichnet hat, widmet sich ein Vortrag der Münchener Literaturwissenschaftlerin Dr. Marianne Sammer. Unter dem Titel "Vision oder Fiktion" stellt sie beim Dienstagsgespräch am 26. September Brentanos "Marienleben" vor, das im Unterschied zum "Leiden Jesu" Fragment geblieben ist. Am letzten Tag der Ausstellung, am Freitag, 6. Oktober inszeniert Martin Neubauer, Leiter des Bamberger Brentano-Theaters, Lieder, Lyrik, Prosa und Possen von Clemens Brentano.

Sophie MereauUnd doch trat das Unwahrscheinliche ein: Ab Mitte der 1960er Jahre begann man sein Werk neu zu entdecken, und es sollte eine Entdeckungsgeschichte besonderer Art werden. Auch heute, da sein Werk zur Weltliteratur zählt und in mehr als zwei Dutzend Sprachen vorliegt, ist sie noch nicht abgeschlossen. Denn Walsers Texte waren vielfach nur in Zeitungen und Zeitschriften erschienen - das meiste unendlich verstreut, vieles verschollen oder nur durch Zufall wieder auftauchend. Auch von seiner Biographie, die sich abseits der gesellschaftlichen Zentren abspielte, haben sich nur äußerst spärliche Zeugnisse erhalten.

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