Tooor! Zur Geschichte der Fußballreportage

Tooor! Zur Geschichte der Fußballreportage

Museum für Kommunikation, Frankfurt, 27. April bis 18. Juni 2006

Der Fußball regiert die Welt und im WM-Jahr 2006 natürlich auch das Museum für Kommunikation. Die Ausstellung "TOOOR! Zur Geschichte der Fußballreportage" widmet sich der Darstellung des runden Leders in den Medien. Über Jahrzehnte haben Radio und Fernsehen das Bild vom Fußball geprägt – ihrer Inszenierung verdankt der Sport seine Popularität bei Millionen Fans. Im Verhältnis von Sport und Medien gewinnen kommerzielle Überlegungen immer mehr an Bedeutung: Fußballübertragungen sind eine riesige Werbeplattform und die Kosten der Übertragungsrechte übersteigen das Bruttosozialprodukt manch ärmeren Staates.

Manni Breuckmann, WDR (Foto: dpa)Fernsehreporter werden zunehmend zu „Vermarktern“, deren Berichterstattung überwiegend den Regeln der Unterhaltung gehorcht. Die Geschichte der Fußballreportage wird anhand von Ausschnitten legendärer Radio- und Fernsehreportagen, darunter auch das einzige deutsch-deutsche Länderspiel (1974) – kommentiert von Herbert Zimmermann (BRD) und Wolfgang Hempel (DDR) – erfahrbar gemacht. Die bundesdeutsche Mannschaft verlor 0:1 – durch ein legendäres, von Jürgen Sparwasser erzieltes Tor. Obwohl sich damals die deutsch-deutschen Beziehungen normalisierten, musste der ZDF-Reporter Werner Schneider den Widerspruch bewältigen zwischen der Anerkennung der DDR als souveränem Staat und der offiziell postulierten Hoffnung auf eine Wiedervereinigung.

Die Ausstellung verfolgt die Fußballreportagen im Radio seit 1925, im Fernsehen seit 1936 über den Popularisiserungssprung 1954 und die Veränderungen seit dem Aufkommen der Privatsender bis zu den kritisch beleuchteten modernen Bedingungen mit kostspieligen Senderechten und Vermarktungsinteressen.

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