Helden - Heilige - Himmelsstürmer

Helden – Heilige – Himmelsstürmer

Fußball und Religion. Ikonenmuseum Frankfurt, 14. Mai bis 20. August 2006

Jeder Vergleich erscheint als Blasphemie: Fußball und Religion haben scheinbar nichts gemeinsam. Doch bei näherem Hinsehen offenbaren sich erstaunliche Parallelen. Rituale und Gesten, Ikonographie und Inszenierung ähneln sich: Heiligen- und Fußballerverehrung, das Sammeln von Reliquien und von Trikots, das Pilgern – ins Gelobte Land und ins Stadion. Der Fußball als säkularisierte Religion? Dieser Frage geht die Ausstellung "Helden – Heilige – Himmelsstürmer" nach.

Metallschiene von Charly KörbelDie Ausstellung setzt sakrale Objekte mit kultisch verehrten Gegenständen aus der Fußballwelt in Beziehung. Neben einer Knochenreliquie aus dem 18. Jahrhundert liegt die Metallschiene, die jahrelang das Bein der Eintracht-Legende "Charly" Körbel stabilisierte. Eine Kreuzreliquie des Deutschen Ordens korrespondiert mit einem Original-Fußball mit den Unterschriften der 54er Weltmeister. Und im Kabinett des Museums hat ein Fan des Schalker Spielers Stan Libuda gar seinen häuslichen Andachtsraum aufgebaut.

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus, wie Künstler und Fans mit ritueller Hingabe, Elemente aus dem religiösen Kontext in die Welt des Fußballs übertrugen und so bemerkenswerte Objekte schufen. In der Ausstellung sind über 140 Exponate zu sehen, dazu zahlreiche Dokumente und Videos. Begleitend erscheint ein umfangreicher Katalog (Preis 19,- €). Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Eintracht Frankfurt, der Katholischen Pfarrgemeinde Deutschordenskonvent Sachsenhausen (Pater Franz-Ludwig Samper OT) und der Evangelischen Dreikönigsgemeinde Frankfurt (Pfarrerin Heike Seidel-Hoffmann). Im Rahmenprogramm vertiefen Podiumsdiskussionen, Lesungen und musikalische Darbietungen das Thema der Ausstellung unter verschiedenen Aspekten.

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