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Ludwig von HofmannArkadische Utopien in der Moderne. Museum Künstlerkolonie, Mathildenhöhe, Darmstadt, 18. Dezember 2005 bis 19. März 2006Der Name Ludwig von Hofmann ist heute zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten. Um 1900 und in den ersten zwei Dezennien des 20. Jahrhunderts aber gehörte Ludwig von Hofmann zur künstlerischen Avantgarde, er war u. a. aufgrund seines Einsatzes für die sezessionistische Moderne neben Walter Leistikow, Max Liebermann oder Lovis Corinth sowie als Mitglied im Neuen Weimar um Harry Graf Kessler, Elisabeth Förster-Nietzsche und Henry van de Velde als einer der bedeutendsten Akteure des Kunstlebens der Jahrhundertwende. Ludwig von Hofmann gilt als kreativer Schöpfer einer idealistischen, arkadischen Bildwelt, in der jene humanen Utopien und zivilisationskritischen Ausstiegssehnsüchte sichtbar erlebt werden können, die für die Epoche der Stilkunst um 1900 zielführend waren. Seine Bilder entfalten eine symbolistische, ästhetische Wirkung und künden von einer utopischen Vorstellung einer zum aktuellen Stand der Zivilisation alternativen Welt. Die Kunst Hofmanns ist stark idealistisch geprägt: Seine Bildthemen sind die Idyllen, bukolisch-idyllische Landschaften und das paradiesisch-harmonische Zusammensein von Mensch und Natur. Dabei beschränkt sich Hof-mann auf den Motivkreis Jugend, Frühling, frühlingshafte Landschaften, Nacktheit, Badende, Reiter und Pferde und immer wieder tanzende Frauen. Es entstehen rhythmisierte, entwirklichte Szenerien.
Es wird eine Künstlerpersönlichkeit präsentiert, die in regem Kontakt mit zahlreichen Geistesgrößen ihrer Zeit stand, mit singulären Persönlichkeiten wie Harry Graf Kessler oder Elisabeth Förster-Nietzsche, mit Künstlern wie Ferdinand Hodler, Henry van de Velde, Arnold Böcklin, Max Klinger oder Edvard Munch, mit Dichtern und Literaten wie Stefan George, Gerhart Hauptmann, Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann oder Rainer Maria Rilke, mit Musikern wie Eugen d´Albert oder Walter Lampe sowie mit Kunsthistorikern und Museumsdirektoren wie Wilhelm von Bode, Alfred Lichtwark, Woldemar von Seidlitz, Hugo von Tschudi, Heinrich Wölfflin oder dem freundschaftlich verbundenen Edwin Redslob, der sich inhaltlich besonders intensiv mit Hofmann beschäftigte. Zu Hofmanns Schülern gehörten u. a. Hans Arp, Ivo Hauptmann oder Otto Illies. Der Ausstellungskatalog (hg. von Annette Wagner und Klaus Wolbert, 435 S.) entfaltet erstmalig das Werk Ludwig von Hofmanns in seiner ganzen Breite. Gemälde, Handzeichnungen und Pastelle, Graphiken und Buchillustrationen, Fächer, Entwürfe für angewandte Kunst oder Bühnenbilder sowie seine monumentalen Wandarbeiten spiegeln ein lebendiges Panorama des künstlerischen Schaffens und Wirkens von Ludwig von Hofmann sowie das geistige und auch literarische Leben der Epoche der Jahrhundertwende wider. Mit dieser Ausstellung verabschiedet sich der langjährige Leiter der Mathildenhöhe, Dr. Klaus Wolbert, in den Ruhestand.
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