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Meret OppenheimPelziges und andere "Kleinigkeiten". Kunsthalle Jesuitenkirche, Aschaffenburg, 17. September bis 4. Dezember 2006Meret Oppenheim war eine der ungewöhnlichsten Frauen und zugleich eine der eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie hat sich als Einzelgängerin nie auf nur einen Stil festlegen lassen – auch wenn immer wieder der Versuch unternommen wird, ihr vielfältiges und breit gefächertes, aber nicht beliebiges OEuvre dem Surrealismus zuzuordnen. Frühen Ruhm erlangte sie durch das legendäre "Déjeuner en fourrure" von 1936, eine mit Pelz überzogene Tasse, die gleich bei der ersten Ausstellung in der Pariser Galerie Cahiers d’Art von Alfred Barr für das Museum of Modern Art in New York angekauft wurde. Diese Pelztasse – obwohl nicht ihr wichtigstes Werk – wurde zum Symbol des Surrealismus. Mit ihren Freunden Max Ernst, Marcel Duchamp, André Breton, Francis Picabia, Alberto Giacometti, Hans Arp und Man Ray verbindet Meret Oppenheim der freie Umgang mit den Materialien und der ungewöhnliche Aspekt, den sie durch Verfremdung dem Alltäglichen abgewannen.
Meret Oppenheims Einfälle sind geprägt von dadaistischem Witz, die ein facettenreiches, oft in ihrem Unbewusstsein begründetes OEuvre geschaffen haben. Dennoch lassen sich inhaltliche Hauptthemen feststellen: Die Grenzen und Verbindungen zwischen Natur und Kultur, Mann und Frau, Tag und Nacht, Traum und Wirklichkeit. Meret Oppenheim, 1913 in Berlin geboren, verbrachte ihre Jugend in der Schweiz. Mit 18 Jahren begann eine vielversprechende Karriere als "Multitalent" der Pariser Kunstszene. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in einer Umgebung, in der der Zeitgeist pulsierte, entfaltete sich ihr Talent im Kreis der Surrealisten um André Breton, Max Ernst und Marcel Duchamp. In deren männlich geprägter Welt setzte sie sich nicht nur als Muse, sondern auch und vor allem erfolgreich als eigenständige Künstlerpersönlichkeit durch. Sie schrieb Gedichte, schuf viel beachtete Zeichnungen, Bilder und Collagen; sie entwarf phantastische Möbel, Schmuck und ihre berühmten Objekte, die sie in den Ausstellungen der Gruppe zeigte. Das Erlebnis des Nationalsozialismus und des Krieges führte zu einer Schaffenskrise und einem langen Rückzug ins Private.
Sie lebte und arbeitete abwechselnd in der Schweiz und Paris und starb 1985 in Basel, am Tag der Vernissage ihres Buches "Caroline". Um 1936 fertigt Meret Oppenheim für Schiaparelli Armbänder aus Metall, die sie mit Pelz beklebt. Als sie einmal im Café de Flore mit ihrer Freundin Dora Maar Pablo Picasso trifft, trägt sie ein solches Armband. Man bewundert es und lacht über den Einfall. Auf Picassos Kommentar, man könne alles mit Pelz überziehen, meint Meret Oppenheim: "Auch diesen Teller und diese Tasse…". Die Idee zu einem der wohl berühmtesten surrealistischen Objekte, des "Déjeuner en fourrure/Frühstück im Pelz" (1936), war geboren. |
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